Übersetzungsgerechtes Schreiben Teil 2

Übersetzungsgerechtes Schreiben Teil 2

, Kategorien: Übersetzung und Terminologie

Vorbereitung ist alles!

 

Beim übersetzungsgerechten Schreiben wird bereits bei der Erstellung eines Textes auf übersetzungsrelevante Aspekte geachtet. Im Artikel Übersetzungsgerechtes Schreiben Teil 1 haben wir dazu schon einige Hinweise für den technischen Redakteur vorgestellt. Übersetzungsaufträge erreichen uns aber nicht nur aus der Technischen Redaktion. Unsere Übersetzungskunden arbeiten im Marketing, in der Entwicklung und Produktion, sind Monteure und Produktmanager. In den folgenden Teilen dieser Blogserie wollen wir weitere Tipps geben, wie Dokumente grundsätzlich übersetzungsgerecht erstellt werden können.

 

Teil 2 beschäftigt sich mit dem Formatieren eines Fließtextes mithilfe von Zeilenumbrüchen. Wir zeigen anhand von Beispielen, an welcher Stelle ein harter Umbruch die Arbeit mit einem Translation-Memory-System (kurz=TMS) erschwert und worauf Sie bei der Texterstellung achten sollten, um aufwändige Nachkorrekturen und Kosten zu vermeiden.


Fließtext mit Zeilenumbruch

Innerhalb einer Sinneinheit (z. B. eines Satzes oder eines Stichpunkts) sollten harte Umbrüche vermieden werden. Andernfalls werden die Texte nicht als vollständige Sinneinheiten im TMS aufgenommen. Denn der Umbruch signalisiert dem Translation Memory das Ende einer Sinneinheit. Dazu muss man wissen, dass ein Translation-Memory-System jeden Satz eines zusammenhängenden Textes als ein Segment speichert. Ein Segment entspricht dann einer Sinneinheit. Mehrere Sinneinheiten ergeben einen zusammenhängenden Text.

 

Um das Translation Memory für weitere Übersetzungsaufträge optimal zu nutzen, sollten immer komplette Sätze eines Fließtextes in das TMS eingelesen werden. Somit können diese Inhalte beim nächsten Übersetzungsauftrag korrekt wiederverwendet werden. In diesem Fall müssen Inhalte nicht noch einmal übersetzt werden. Und das bedeutet für Sie: Übersetzungskosten sparen.

 

Hier ein Beispiel für harte Umbrüche im Text und die Ansicht dazu im Translation-Memory-System:

Abb. 1a Unser Beispieltext enthält harte Umbrüche innerhalb eines zusammenhängenden Satzes (Sinneinheit).
Abb. 1b So sieht unser Beispieltext mit harten Umbrüchen im TMS aus.

Das TMS speichert alle Inhalte nach dem Umbruch als neues Segment ab. Der Zusammenhang im Satz ist nicht mehr gegeben. Bevor die Texte in das TMS eingelesen werden können, müssen die harten Umbrüche aus dem Ausgangsdokument entfernt werden.


Fließtext ohne Zeilenumbruch

Bei einem Fließtext ohne Umbrüche bleiben zusammenhängende Sinneinheiten im TM erhalten:

Abb. 2a Unser Beispieltext ohne Zeilenumbrüche.
Abb. 2b Hier die Ansicht im TMS. Jeder Satz wurde als vollständige Sinneinheit eingelesen.

Fazit

Die Verwendung harter Zeilenumbrüche ist an bestimmten Stellen im Text durchaus möglich. Nach einem Satzende oder nach Aufzählungen (z. B. Stichpunkte mit Aufzählungszeichen) können harte Umbrüche eingesetzt werden, um Inhalte zu formatieren. An dieser Stelle unterbrechen sie keine Sinneinheit.

 

Im Fließtext sollte man einen Zeilenumbruch vermeiden, ansonsten werden zusammenhängende Sinneinheiten nicht als solche im TMS gespeichert. Achtet der Autor schon bei der Erstellung des Dokuments darauf, fallen Zusatzarbeiten wie das manuelle Bereinigen im Ausgangstext weg.

 


Weitere Tipps in Teil 3

Lesen Sie im Artikel Übersetzungsgerechtes Schreiben Teil 3 – Vorbereitung ist alles was Sie bei der Verwendung von Tabstopps zur Textformatierung wissen müssen.


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  Autor: Sabrina Luwich

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